Archiv der Kategorie: Seitenblicke

Unter der Kategorie „Seitenblicke“ blicken wir ins nahe Umland. Auch in Mainz, in Nackenheim und Gau-Bischofsheim, ja überall in Rheinhesen haben sich lokale Initiativen gebildet, die sich bemühen, Geflüchteten zu helfen. Wir versuchen, all das, was uns auffällt und beeindruckt, aber auch alles, was wir dort an Veranstaltungen sehen und gerne auch hier bewerben möchten, hier weiterzugeben.

Kein Nazi-Aufmarsch in Mainz! Wir stellen uns quer!

Die neonazistische Partei „Neue Stärke (NS)“ hat für den 16. Juli mit martialischen Worten, die u.a. „das Vaterland zur Tat“ rufen, einen Aufmarsch in Mainz angekündigt. Bisher konnten solche Aufmärsche in Mainz noch immer von breiten zivilgesellschaftlichen Bündnissen verhindert werden. Das soll auch so bleiben. Nie wieder dürfen wir es zulassen, dass Nazis in Mainz marschieren und Angst und Hass verbreiten. Daher organisieren viele unterschiedliche Gruppen an diesem Tag Gegenaktivitäten. Wir wenden uns an alle demokratisch, gewerkschaftlich, religiös, antirassistisch oder antifaschistisch engagierten Menschen: Lasst uns gemeinsam den Nazis friedlich und entschlossen entgegentreten und deutlich machen, dass es auch in Mainz keinen Platz für nationalistische, rassistische, antisemtische und sexistische Propaganda geben darf!

Kein Naziaufmarsch in Mainz!
Wir stellen uns quer!
Beteiligt euch an den Gegenkundgebungen am 16. Juli !
Kundegbungen sind u.a.hier angemeldet:

  • Schottstr. (Nähe Hauptbahnhof)
  • Familienwiese an der Kaiserstraße
  • weitere Orte folgen

Alle Schutzsuchenden haben das Recht auf menschenwürdige Behandlung | Für eine humane Flüchtlingspolitik ohne Rassismus – Erklärung rheinland-pfälzischer Organisationen & Einrichtungen

Die vierzehn unterzeichnenden rheinland-pfälzischen Einrichtungen beobachten mit Sorge die aktuelle und zunehmende Ungleichbehandlung geflüchteter Menschen in Deutschland. Sie begrüßen die großzügige Aufnahme und die unbürokratische Gewährung integrationsfördernder Rechte im Hinblick auf ukrainische Geflüchtete. Zugleich mahnen sie dringend ebenso menschenrechtsorientierte Rahmenbedingungen für den Aufenthalt anderer Geflüchteter in Deutschland an.

Sie erwarten von der Bundesregierung, diejenigen Maßnahmen im Koalitionsvertrag zeitnah umzusetzen, die der Ungleichbehandlung von Geflüchteten entgegenwirken würden. Gleichzeitig appellieren sie an die Landesregierung, schon jetzt alle ihre Gestaltungsmöglichkeiten zu nutzen, um eine weitgehende Gleichbehandlung aller Menschen mit Fluchtgeschichte zu gewährleisten.

Mehr unter: https://ini-migration.org/25-mai-2022-alle-schutzsuchenden-haben-das-recht-auf-menschenwuerdige-behandlung-fuer-eine-humane-fluechtlingspolitik-ohne-rassismus-erklaerung-rheinland-pfaelzischer-organisationen-einrichtun/.

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Ein Veranstaltungstipp aus der VHS:

Im Jahr 2021 feiern wir 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Historisch betrachtet geht das Datum auf die erste verbriefte jüdische Gemeinde auf deutschem Boden in Köln zurück. Ziel dieses Festjahres ist es, ein lebendiges, vielfältiges jüdisches Leben in Deutschland zu feiern, die lange und wechselvolle Geschichte der Jüdinnen und Juden in Deutschland darzustellen und ihren enormen Beitrag zur Kultur zu präsentieren. Der Deutsche Volkshochschul-Verband hat sich gemeinsam mit seinen 16 Landesverbänden dafür ausgesprochen, das Jubiläumsjahr 2021 mit Bildungs- und Kulturangeboten zu unterstützen, um das reiche kulturelle Erbe der Juden in Deutschland bekannter zu machen und denen eine Stimme zu geben, die durch Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung während des Dritten Reiches ihr Leben verloren.

Der Künstler Gunter Demnig hat 1992 mit der Initiative „Stolpersteine“ den Grundstein für das größte dezentrale Mahnmal der Welt geschaffen. Dieser Initiative haben sich Menschen in unseren Gemeinden im Landkreis angeschlossen. Namhafte Kenner der Regionalgeschichte haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt und kommen bei diesen Veranstaltungen zu Wort.

Zur jüdischen Geschichte in Bodenheim wird Horst Kasper am Donnerstag 14. Oktober, 16.30 Uhr im Dolles sprechen. Der Eintritt ist kostenlos.

Mehr unter: https://www.kvhs-mainz-bingen.de/1700-jahre.

Gut integriert zurück nach Somalia?

“Wie Hessen Omar F. in einen Krisenstaat abschiebt” – unter dieser Überschrift berichtet Pro Asyl auf https://www.proasyl.de/news/gut-integriert-zurueck-nach-somalia-wie-hessen-omar-f-in-einen-krisenstaat-abschiebt/ über eine in Hessen geplante Abschiebung. “Fast acht Jahre seines Lebens verbringt Omar F. in Deutschland. Er ist gut integriert, arbeitet seit drei Jahren in Vollzeit, wird geschätzt von Vorgesetzten & Kolleg*innen. Dann wird er in sein Herkunftsland Somalia abgeschoben – ein Staat, der seit Jahrzehnten von Bürgerkrieg, Terror und Hunger gekennzeichnet ist. Und das mitten in der Pandemie” – so Pro Asyl.

Nun hat auch der Initiativausschuss für Migrationspolitik in Rheinland-Pfalz (https://ini-migration.org/) gegen diese Abschiebepraxis protestiert. Auch in Rheinland-Pfalz leben derzeit etwa 750 lediglich geduldete Somalier*innen leben. Die Abschiebung in Hessen wird dazu beitragen, die gesamte somalische Community zu verunsichern. Der Forderung des Bündnisses nach einem bundesweiten Abschiebestopp nach Somalia schließt sich der Initiativausschuss daher an. Von der neuen Landesregierung in RLP erwartet der Initiativausschuss, dass sie keine Abschiebungen nach Somalia zulässt und sich bei der nächsten Innenminister*innen-Konferenz im Juni dafür einsetzt, dass ein bundesweiter Abschiebestopp beschlossen wird.

Offener Brief des FC Ente Bagdad: Lesbos darf nicht in Vergessenheit geraten

Der FC Ente Bagdad (https://www.ente-bagdad.de/) richtet in einem offenen Brief (https://www.ente-bagdad.de/nachrichtenleser/offener-brief-lesbos-darf-nicht-in-vergessenheit-geraten.html?file=tl_files/Ente_Bagdad_2012/Bilder/Nachrichten/2020/2020-07-24%20-%20Offener%20Brief/Offener%20Brief.pdf) einen Aufruf zur Soforthilfe für die auf Lesbos im Lager Moria gestrandeten Geflüchteten an die Verantwortlichen der deutschen und europäischen Politik. Die Situation dort sieht wie folgt aus:

Moria wurde für knapp 3 000 Menschen gebaut. Mittlerweile leben dort über 20 000 Flüchtlinge. In großen Teilen des Camps haben Tausende keine Toiletten, Duschen oder elektrischen Strom. Es gibt Hochrechnungen, wonach auf eine Toilette fast 200 Menschen kommen – und das ist nur die Hygienesituation. Es mangelt den Menschen dort an allem: an Unterkünften, an Nahrungsmitteln, an medizinischer Basisversorgung. Nach einer lebensgefährlichen Flucht erreichen diese Menschen Europa und finden dort die Hölle auf Erden. Die Camps sind überfüllt. Die Menschen haben Angst um ihr Leben und um ihre Familien. Ärzte ohne Grenzen berichten, die Situation sei schlimmer als in libyschen Lagern.
Wir hoffen auf schnelle Hilfe der Politik. Die angekündigte Übernahme von 1 500 Flüchtlingen hat nämlich bisher nur zu einem sehr geringen Bruchteil stattgefunden.
Insbesondere hoffen wir auf unsere Partner, Freunde und Verbündete, die wir davon ebenfalls in Kenntnis gesetzt haben, sowie auf die Leser dieser Nachricht. Bitte teilt den Brief auf allen Euch zur Verfügung stehenden Kanälen. Ein Kommentar unter diesem Artikel wäre auch schön. Vielen Dank im Voraus.
You’ll never watschel alone!
FC Ente Bagdad

Die Zeit läuft ab – ein Beitrag der ZEIT über Flüchtlingslager auf Lesbos in Zeiten der Corona-Pandemie

“Neben der behördlich verordneten Ratio, neben Reiseverboten und Ausgangssperren, neben Hygienestandards und Seuchenschutzrichtlinien gibt es die Verzweiflungstaten, mit denen die Menschen sich gegen das Virus stemmen. Die Menschen in Deutschland kaufen Klopapier. Die Menschen in Italien singen Lieder, abends auf dem Balkon. Die Menschen auf Lesbos nähen.”

Mehr unter: https://www.zeit.de/2020/13/coronavirus-lesbos-fluechtlingslager-moria-asylpolitik-griechenland.

Wildes Holz: “Höhen und Tiefen”

SAMSTAG, 14. MÄRZ 2020
IM HERMANN WEBER SAAL DES BÜRGERHAUS DOLLES BODENHEIM
BEGINN 20 UHR, EINLASS 19 UHR
TICKETS 22 € AK 24 €

Wildes Holz sind durch ein tiefes Tal gegangen, als Mitte 2018 ihr Gitarrist und Freund Anto Karaula ganz plötzlich verstarb. Der aus Algerien stammende Djamel Laroussi wird nun den Gitarrenpart von ihm übernehmen. Anto und Markus trafen ihn schon Mitte der 90er. Er machte sie völlig perplex, weil er als Linkshänder einfach eine umgedrehte Rechtshändergitarre spielte. Man konnte keinen Griff wiedererkennen, alles klang ein bisschen anders, und alles klang unglaublich geil! Über die Jahre wurde er ein guter Freund – und nebenbei ein weltweit bekannter Gitarrist. Für Wildes Holz ist er ein Glücksfall, weil er neben seiner ungewöhnlichen, aber exzellenten Technik auch eine gehörige Portion Spielfreude mitbringt, die Tobias und Markus zu neuen musikalischen Höhen inspiriert.

Neugierig geworden? Die Bodenheimer Kulturfrauen laden zum Konzert ein. Gerne nehmen Sie ab sofort  Ticketbestellungen per mail unter anne@ah-jaeger.de entgegen.  Sichern Sie sich Ihre Tickets, damit Sie auch auf jeden Fall dabei sind.

Mehr unter: http://www.kulturfrauen.de/programm/programm2020/WH/WildesHolz.php.

Benefizkonzert mit Absinto Orkestra

Der AK Asyl/Flüchtlingsrat Rheinland- Pfalz lädt zu einem Benefizkonzert mit Absinto Orkestra ein. Termin: Samstag 7. Dezember, 19:00 Uhr, im Neustadtzentrum Mainz. Karten gibt es für 7 Euro (nur Abendkasse). Eine gute Gelegenheit, viele Menschen zu treffen, die sich rund um Mainz und Rheinhessen für eine humane Flüchtlingspolitik engagieren und nachbarschaftliche Netzwerke stricken!

Mehr Informationen unter: https://fluechtlingsrat-rlp.de/benefizkonzert-im-neustadtzentrum-in-mainz.