Bodenheim seit Ende 2019 ein “Sicherer Hafen”

Seit Ende Dezember 2019 ist die Verbandsgemeinde Bodenheim “Sicherer Hafen” im Sinne der Seebrücke.

Noch im September 2019 hatte das Kulturbunte Bodenheim nach einer ersten Vertagung des Themas im Verbandsgemeinderat und einer Befassung des einschlägigen Ausschusses dazu aufgerufen, diese Initiative zu unterstützen:

Dem Verbandsgemeinderat lagen damals ein Antrag von CDU, FDP und FWG sowie ein Antrag der Grünen vor. Die Grüne Fraktion zog ihren Antrag jedoch zurück, um breite Unterstützung für einen gemeinsamen Antrag möglich zu machen.

Am 19. Dezember wurde der Antrag dann im Verbandsgemeinderat endlich entschieden – im Sinne des Antrags. Dazu das Protokoll des VG-Rats (https://sessionnet.krz.de/bodenheim/bi/getfile.asp?id=55258&type=do):

Beschluss:
Die Verbandsgemeinde Bodenheim schließt sich der Initiative der Ober-bürgermeister*innen aus Bonn, Köln und Düsseldorf, der sich inzwischen viele weite-re Städte und Landkreise in Deutschland angeschlossen haben, an und erklärt sich mit den Zielen der SEEBRÜCKE solidarisch.
Die Verbandsgemeindeverwaltung Bodenheim ist bereit, aus Seenot Gerettete auf-zunehmen und wird damit zum „Sicheren Hafen“.
Die Verbandsgemeinde Bodenheim verurteilt die Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer.
Der Bürgermeister wird gebeten, die notwendigen Schritte einzuleiten.
Abstimmungsergebnis:
Mehrheitlich angenommen
Ja-Stimme(n) 22 Nein-Stimme(n) 2 Enthaltung(en) 2

Niederschrift zur öffentlichen Sitzung des Verbandsgemeinderates der Verbandsgemeinde Bodenheim am Donnerstag, dem 19.12.2019 um 19:30 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Bodenheim, Am Dollesplatz 1, 55294 Bodenheim.

Beschlossen wurde:

Die Verbandsgemeinde Bodenheim schließt sich der Initiative der Ober-bürgermeister*innen aus Bonn, Köln und Düsseldorf, der sich inzwischen viele weite-re Städte und Landkreise in Deutschland angeschlossen haben, an und erklärt sich mit den Zielen der SEEBRÜCKE solidarisch.
Die Verbandsgemeindeverwaltung Bodenheim ist bereit, aus Seenot Gerettete auf-zunehmen und wird damit zum „Sicheren Hafen“.
Die Verbandsgemeinde Bodenheim verurteilt die Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer.
Der Bürgermeister wird gebeten, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Ebenda.

Das Kulturbunte Bodenheim ist froh, dass sich am Ende eine so klare Mehrheit für die Antragsvorlage entschieden hat.

Termine 2020 – Vorläufige Planung

Mittwoch 19.02.2020, 15:00 Uhr
„Zauberei“ für Klein und Groß
Haus der Vereine

Samstag 04.04.2020, 20:00 Uhr
Puppenspiel für Erwachsene: „Gustav Goldknechts Höllenfahrt“
Bürgerhaus Dolles, Hermann-Weber-Saal

Sonntag 28.06.2020
Familientag der Ortsgemeinde
Kulturbuntes Büfett, Fotoausstellung

Sonntag, 16.08.2020
Sommerfest mit Open-Air- Musik (5 Jahre Kulturbuntes Bodenheim)
mit „Elwetritsche“
ev. Gemeindehaus Bodenheim angefragt

Mittwoch 30.09. 2020, 19:00 Uhr
Vortrag: „Fluchtursachen kompakt“ (Eritrea)
Kulturkeller angefragt

Mittwoch 28.10.2020, 19:00Uhr
Vortrag: „Fluchtursachen kompakt“ (Somalia)
Kulturkeller angefragt

Sonntag, 09/2020
Muffinstand
Dollespark

Samstag/Sonntag 28.11./ 29.11. 2020
Nikolausmarkt

Zahlen zur Flucht – Situation 2019

Aus der ANTWORT DER BUNDEREGIERUNG AUF EINE KLEINE ANFRAGE DER FRAKTION DIE LINKE geht hervor, dass die sog. „NETTO-FLUCHTMIGRATION” im Jahr 2019 mit 131.000 Personen (ca. 100.000 nach Abzug hier geborener Kinder von Schutzberechtigten) WEIT UNTER DEM IM KOALITIONSVERTRAG VON UNION UND SPD VEREINBARTEN „ZUWANDERUNGSKORRIDOR“ von 180.000 bis 220.000 Personen lag. Es gäbe also viel Platz für die humanitäre Aufnahme z.B. von unbegleiteten Kindern aus Griechenland oder von aus Seenot Geretteten. Und es gibt auch in RLP Städte und Gemeinden, die zur Aufnahme bereit sind. Zeit wäre es also für ein LANDESAUFNAHMEPROGRAMM für besonders verletzliche Flüchtlinge. Es würde Menschen in Not konkret helfen und wäre ein wichtiges politisches Zeichen.

Ebenfalls aus einer ANTWORT DER BUNDESREGIERUNG AUF EINE KLEINE ANFRAGE DER BUNDESTAGSFRAKTION DIE LINKE geht hervor, dass derzeit ganze 797 Beschäftigte (Rekord) beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit WIDERRUFSVERFAHREN beschäftigt sind. Zugleich räumt die Antwort mit der Mär der betrügenden und sich ihren Schutzstatus erschleichenden Flüchtlinge auf, die seit 2016 immer wieder lanciert und mit der Politik gemacht wurde: Vom 1. Januar bis zum 30. September 2019 hat das BAMF 114.087 seiner Asylentscheidungen erneut überprüft. Nur in 2.844 Fällen (=2,5 Prozent) wurde dabei der Schutzstatus wiederrufen, weil der Grund für die seinerzeitige Schutzgewährung inzwischen entfallen ist. UND NUR IN 638 FÄLLEN (= 0,6 PROZENT) WURDE EIN SCHUTZSTATUS ZURÜCKGENOMMEN, WEIL ER SEINERZEIT ZU UNRECHT ZUERKANNT WURDE. Randbemerkung: Das macht knapp EINE RÜCKNAHME PRO MITARBEITER*IN. Zugleich aber sprechen die Verwaltungsgerichte – Zahlen liegen für das 1. Halbjahr 2019 vor – (bereinigt) ca. EINEM VIERTEL ALLER VOM BAMF ABGELEHNTEN ASYLSUCHENDEN AUF DEM KLAGEWEG EINEN SCHUTZSTATUS ZU. Ob es vor diesem Hintergrund nicht sinnvoller wäre, die beim BAMF durch Widerrufsverfahren gebundenen Ressourcen in sorgfältigere Asylverfahren inkl. ernsthafter Ermittlung und Würdigung der Fluchtgründe zu stecken?

Nach einem Bericht des MIGAZIN gab es in 2019 nur RUND 26.000 FAMILIENNACHZÜGLER*INNEN AUS DEN SIEBEN HAUPTHERKUNFTSLÄNDERN VON FLÜCHTLINGEN (inkl. Nachzug zu subsidiär geschützten Personen). ERINNERUNG: Bis zu 7,36 Mio. Nachziehende hat die Bild-Zeitung im Jahr 2015 an die Wand gemalt! Mit diesem absurden Unsinn wurde seitdem auf dem Rücken von Flüchtlingen Politik gemacht und wegen diesem absurden Unsinn müssen sich Flüchtlinge weiterhin um ihre Lieben in den Krisenregionen sorgen, statt gemeinsam mit ihnen hier eine Zukunft aufbauen zu können.

Reisebilder: Die Blaue Murmel

Am Mittwoch, 04.12.2019 zeigt sich um 19:00 Uhr der Reiseblog BlaueMurmel.blog im Haus der Vereine in Bodenheim. In einem Vortrag berichtet Ebi Wolf über eine achtmonatige (halbe) Weltreise 2018/2019. Persönliche Reiseerlebnisse, vielfältige Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen, interessante Projekte und Berichte zur Lebenssituation in den jeweiligen Ländern stehen im Fokus. Unterlegt wird der Vortrag mit Bildern aus Mexico, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Marokko, Ruanda und Kenia.

Der Eintritt ist frei.

Gerhard Trabert liest in Bodenheim aus „Gratwanderungen“ – Beitrag der Allgemeinen Zeitung am 5. November 2019

“‘Es gibt nur eine Welt’, betont Dr. Gerhard Trabert, bekannt als ‘Arzt der Armen’. Für ihn zählt die Gesundheit als Menschenrecht. Doch weltweit werden viele Menschen ihrer Würde beraubt, müssen um ihr Leben fürchten und fliehen. Das klagt auch die Flüchtlingsinitiative Kulturbuntes Bodenheim an, die zur Lesung mit dem Arzt und Sozialarbeiter eingeladen hatte. […]”

Mehr unter: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/gerhard-trabert-liest-in-bodenheim-aus-gratwanderungen_20633650.

Wir sind gefragt. Gedenkfeier an der Gedenkplatte für die ehemalige Bodenheimer Synagoge am 30.10.2019

Fünfzig Menschen aus aller Welt besuchten auf Einladung des Kulturbunten Bodenheim am 30. Oktober 2019 die Sonderausstellung des Heimatmuseums “Zur Geschichte jüdischen Lebens in Bodenheim”, ein Thema, das der Initiator der Ausstellung Horst Kasper seit langem intensiv aufarbeitet und dafür sehr viel Anerkennung geerntet hat (https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/ausstellung-uber-judische-burger-bodenheims_20531595). Um ein Zeichen nach den Vorfällen in Halle zu setzen, wurde im Anschluss an der Gedenktafel für die ehemalige Bodenheimer Synagoge der Opfer der Shoa, des Attentats in Halle und der Flüchtlingsopfer weltweit gedacht. Dabei kamen Texte, Gebete und Lesungen aus den drei abrahamitischen Religionen zu Gehör, die hier hinterlegt sind.

Blick auf die Shoa

Diese Platte hier erinnert an das Verbrechen in der nationalsozialistischen Zeit; an die Shoa, die Vertreibung und Vernichtung der Juden in Deutschland. Es wurden Menschen verfolgt und ermordet, nur weil sie Angehörige einer bestimmten Religionsgemeinschaft waren.  Diesen Ort der Erinnerung gibt es für alle sichtbar mitten in unserem Alltagsleben, damit diese Verbrechen niemals vergessen werden. Wir sind die nächste Generation. Von uns war niemand mehr Teil der Gesellschaft, als diese Gräueltaten geschahen. Wir stehen hier und fragen uns: Wie konnte eine kleine Gruppe von fanatischen Menschen nach und nach eine ganze Gesellschaft mit ihrem Gedankengut vergiften?

Augenzeugenberichte

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Benefizkonzert mit Absinto Orkestra

Der AK Asyl/Flüchtlingsrat Rheinland- Pfalz lädt zu einem Benefizkonzert mit Absinto Orkestra ein. Termin: Samstag 7. Dezember, 19:00 Uhr, im Neustadtzentrum Mainz. Karten gibt es für 7 Euro (nur Abendkasse). Eine gute Gelegenheit, viele Menschen zu treffen, die sich rund um Mainz und Rheinhessen für eine humane Flüchtlingspolitik engagieren und nachbarschaftliche Netzwerke stricken!

Mehr Informationen unter: https://fluechtlingsrat-rlp.de/benefizkonzert-im-neustadtzentrum-in-mainz.

Gratwanderungen: ein Abend, der berührt und aufrührt

Musikalische Lesung in Bodenheim am 30.10.2019

Herr Trabert nahm die Zuhörer dieser musikalischen Lesung mit auf eine Reise über fünf Kontinente, hinein in die Flüchtlingslager an den Küsten Europas, zu Einsätzen von Seewatch bei der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer, ins Katastrophengebiet Sri Lanka nach dem Tsunami 2005, in den Norden Syriens und in die Straßen von Mainz, wo er Obdachlosen medizinische Hilfe und Unterstützung bietet. Kein leichter Abend, sondern einer, bei dem Menschen in äußerster Not im Mittelpunkt standen, Not, die durch die Berichte von Gerhard Trabert ein Gesicht bekam. Lieder wie „fragile“ von Sting und „Another day in Paradise“ von Phil Collins, gesungen von Anita Zimmermann und auf dem Klavier begleitet von Thomas Scheike, ließen das Gesehene und Gehörte noch intensiver und unmittelbarer erleben.

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