Zahlen zur Flucht – Situation 2019

Aus der ANTWORT DER BUNDEREGIERUNG AUF EINE KLEINE ANFRAGE DER FRAKTION DIE LINKE geht hervor, dass die sog. „NETTO-FLUCHTMIGRATION” im Jahr 2019 mit 131.000 Personen (ca. 100.000 nach Abzug hier geborener Kinder von Schutzberechtigten) WEIT UNTER DEM IM KOALITIONSVERTRAG VON UNION UND SPD VEREINBARTEN „ZUWANDERUNGSKORRIDOR“ von 180.000 bis 220.000 Personen lag. Es gäbe also viel Platz für die humanitäre Aufnahme z.B. von unbegleiteten Kindern aus Griechenland oder von aus Seenot Geretteten. Und es gibt auch in RLP Städte und Gemeinden, die zur Aufnahme bereit sind. Zeit wäre es also für ein LANDESAUFNAHMEPROGRAMM für besonders verletzliche Flüchtlinge. Es würde Menschen in Not konkret helfen und wäre ein wichtiges politisches Zeichen.

Ebenfalls aus einer ANTWORT DER BUNDESREGIERUNG AUF EINE KLEINE ANFRAGE DER BUNDESTAGSFRAKTION DIE LINKE geht hervor, dass derzeit ganze 797 Beschäftigte (Rekord) beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit WIDERRUFSVERFAHREN beschäftigt sind. Zugleich räumt die Antwort mit der Mär der betrügenden und sich ihren Schutzstatus erschleichenden Flüchtlinge auf, die seit 2016 immer wieder lanciert und mit der Politik gemacht wurde: Vom 1. Januar bis zum 30. September 2019 hat das BAMF 114.087 seiner Asylentscheidungen erneut überprüft. Nur in 2.844 Fällen (=2,5 Prozent) wurde dabei der Schutzstatus wiederrufen, weil der Grund für die seinerzeitige Schutzgewährung inzwischen entfallen ist. UND NUR IN 638 FÄLLEN (= 0,6 PROZENT) WURDE EIN SCHUTZSTATUS ZURÜCKGENOMMEN, WEIL ER SEINERZEIT ZU UNRECHT ZUERKANNT WURDE. Randbemerkung: Das macht knapp EINE RÜCKNAHME PRO MITARBEITER*IN. Zugleich aber sprechen die Verwaltungsgerichte – Zahlen liegen für das 1. Halbjahr 2019 vor – (bereinigt) ca. EINEM VIERTEL ALLER VOM BAMF ABGELEHNTEN ASYLSUCHENDEN AUF DEM KLAGEWEG EINEN SCHUTZSTATUS ZU. Ob es vor diesem Hintergrund nicht sinnvoller wäre, die beim BAMF durch Widerrufsverfahren gebundenen Ressourcen in sorgfältigere Asylverfahren inkl. ernsthafter Ermittlung und Würdigung der Fluchtgründe zu stecken?

Nach einem Bericht des MIGAZIN gab es in 2019 nur RUND 26.000 FAMILIENNACHZÜGLER*INNEN AUS DEN SIEBEN HAUPTHERKUNFTSLÄNDERN VON FLÜCHTLINGEN (inkl. Nachzug zu subsidiär geschützten Personen). ERINNERUNG: Bis zu 7,36 Mio. Nachziehende hat die Bild-Zeitung im Jahr 2015 an die Wand gemalt! Mit diesem absurden Unsinn wurde seitdem auf dem Rücken von Flüchtlingen Politik gemacht und wegen diesem absurden Unsinn müssen sich Flüchtlinge weiterhin um ihre Lieben in den Krisenregionen sorgen, statt gemeinsam mit ihnen hier eine Zukunft aufbauen zu können.

Reisebilder: Die Blaue Murmel

Am Mittwoch, 04.12.2019 zeigt sich um 19:00 Uhr der Reiseblog BlaueMurmel.blog im Haus der Vereine in Bodenheim. In einem Vortrag berichtet Ebi Wolf über eine achtmonatige (halbe) Weltreise 2018/2019. Persönliche Reiseerlebnisse, vielfältige Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen, interessante Projekte und Berichte zur Lebenssituation in den jeweiligen Ländern stehen im Fokus. Unterlegt wird der Vortrag mit Bildern aus Mexico, Costa Rica, Panama, Kolumbien, Marokko, Ruanda und Kenia.

Der Eintritt ist frei.

Gerhard Trabert liest in Bodenheim aus „Gratwanderungen“ – Beitrag der Allgemeinen Zeitung am 5. November 2019

“‘Es gibt nur eine Welt’, betont Dr. Gerhard Trabert, bekannt als ‘Arzt der Armen’. Für ihn zählt die Gesundheit als Menschenrecht. Doch weltweit werden viele Menschen ihrer Würde beraubt, müssen um ihr Leben fürchten und fliehen. Das klagt auch die Flüchtlingsinitiative Kulturbuntes Bodenheim an, die zur Lesung mit dem Arzt und Sozialarbeiter eingeladen hatte. […]”

Mehr unter: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/gerhard-trabert-liest-in-bodenheim-aus-gratwanderungen_20633650.

Wir sind gefragt. Gedenkfeier an der Gedenkplatte für die ehemalige Bodenheimer Synagoge am 30.10.2019

Fünfzig Menschen aus aller Welt besuchten auf Einladung des Kulturbunten Bodenheim am 30. Oktober 2019 die Sonderausstellung des Heimatmuseums “Zur Geschichte jüdischen Lebens in Bodenheim”, ein Thema, das der Initiator der Ausstellung Horst Kasper seit langem intensiv aufarbeitet und dafür sehr viel Anerkennung geerntet hat (https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/ausstellung-uber-judische-burger-bodenheims_20531595). Um ein Zeichen nach den Vorfällen in Halle zu setzen, wurde im Anschluss an der Gedenktafel für die ehemalige Bodenheimer Synagoge der Opfer der Shoa, des Attentats in Halle und der Flüchtlingsopfer weltweit gedacht. Dabei kamen Texte, Gebete und Lesungen aus den drei abrahamitischen Religionen zu Gehör, die hier hinterlegt sind.

Blick auf die Shoa

Diese Platte hier erinnert an das Verbrechen in der nationalsozialistischen Zeit; an die Shoa, die Vertreibung und Vernichtung der Juden in Deutschland. Es wurden Menschen verfolgt und ermordet, nur weil sie Angehörige einer bestimmten Religionsgemeinschaft waren.  Diesen Ort der Erinnerung gibt es für alle sichtbar mitten in unserem Alltagsleben, damit diese Verbrechen niemals vergessen werden. Wir sind die nächste Generation. Von uns war niemand mehr Teil der Gesellschaft, als diese Gräueltaten geschahen. Wir stehen hier und fragen uns: Wie konnte eine kleine Gruppe von fanatischen Menschen nach und nach eine ganze Gesellschaft mit ihrem Gedankengut vergiften?

Augenzeugenberichte

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Benefizkonzert mit Absinto Orkestra

Der AK Asyl/Flüchtlingsrat Rheinland- Pfalz lädt zu einem Benefizkonzert mit Absinto Orkestra ein. Termin: Samstag 7. Dezember, 19:00 Uhr, im Neustadtzentrum Mainz. Karten gibt es für 7 Euro (nur Abendkasse). Eine gute Gelegenheit, viele Menschen zu treffen, die sich rund um Mainz und Rheinhessen für eine humane Flüchtlingspolitik engagieren und nachbarschaftliche Netzwerke stricken!

Mehr Informationen unter: https://fluechtlingsrat-rlp.de/benefizkonzert-im-neustadtzentrum-in-mainz.

Gratwanderungen: ein Abend, der berührt und aufrührt

Musikalische Lesung in Bodenheim am 30.10.2019

Herr Trabert nahm die Zuhörer dieser musikalischen Lesung mit auf eine Reise über fünf Kontinente, hinein in die Flüchtlingslager an den Küsten Europas, zu Einsätzen von Seewatch bei der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer, ins Katastrophengebiet Sri Lanka nach dem Tsunami 2005, in den Norden Syriens und in die Straßen von Mainz, wo er Obdachlosen medizinische Hilfe und Unterstützung bietet. Kein leichter Abend, sondern einer, bei dem Menschen in äußerster Not im Mittelpunkt standen, Not, die durch die Berichte von Gerhard Trabert ein Gesicht bekam. Lieder wie „fragile“ von Sting und „Another day in Paradise“ von Phil Collins, gesungen von Anita Zimmermann und auf dem Klavier begleitet von Thomas Scheike, ließen das Gesehene und Gehörte noch intensiver und unmittelbarer erleben.

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Die Erinnerung bewahren

Das Kulturbunte Bodenheim besucht am Mittwoch, 30. Oktober 2019, um 19 Uhr die Sonderausstellung im Heimatmuseum zur Geschichte jüdischen Lebens in Bodenheim, das der Initiator der Ausstellung, Horst Kasper, seit langem intensiv aufarbeitet – eine Arbeit, für die er sehr viel Anerkennung gefunden hat. Horst Kasper wird die Kulturbunten durch die Ausstellung führen. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Eingang des Heimatmuseums. Anschließend werden wir an der Gedenktafel für die ehemalige Bodenheimer Synagoge (schräg gegenüber des Alten Rathauses) der Opfer der Shoa, des Attents in Halle und der Flüchtlingsopfer gedenken.

Mehr zur Ausstellung: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/ausstellung-uber-judische-burger-bodenheims_20531595#.

Gratwanderungen – musikalische Lesung mit Dr. Gerhard Trabert

Gerhard Trabert ist in Deutschland bekannt als „Arzt der Armen“. In Mainz hat er den Verein „Armut und Gesundheit“ gegründet, mit dem er obdachlose Menschen unterstützt. Seit über 25 Jahren engagiert er sich in Krisenregionen überall auf der Welt. Er kennt viele der großen Flüchtlingslager aus eigener Erfahrung und unterstützt „Seawatch“ im Kampf um das Leben der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer. Überall sucht er den Kontakt und den direkten Austausch mit Menschen in Not. Von diesen Gratwanderungen zwischen den Kulturen, im Strudel von Naturgewalten, sozialer Ungerechtigkeit, Armut und Krieg, zwischen existentieller Not und der Hoffnung auf Leben berichtet Gerhard Trabert in Ton und Bild. Er wird begleitet von Anita Zimmermann, Gesang, und Matthias Reinig, E-Piano.

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