VG Bodenheim soll „Sicherer Hafen“ werden – Die Lokale Zeitung über einen Konzertnachmittag des Kulturbunten Bodenheim

“Beim Konzert mit der Band Gemma, organisiert von der Initiative Kulturbuntes Bodenheim, konnte man sehr gut beobachten, wie das Miteinander von Neubürgern aus aller Welt und den eingesessenen Bodenheimern funktioniert. […]”

Mehr unter: https://www.lokalezeitung.de/2019/08/14/vg-bodenheim-soll-sicherer-hafen-werden/.

Machen wir die Verbandsgemeinde Bodenheim zu einem Sicheren Hafen

Im Mittelmeer sterben täglich Menschen auf ihrer Flucht vor Krieg, Repression, Gewalt und Folter in ihren Heimatländern oder vor Inhaftierung und Versklavung in libyschen Lagern. Tausende sind bereits auf „der tödlichsten Fluchtroute der Welt“ (UNHCR) in den letzten Jahren
ertrunken. Täglich werden es mehr.

Die europäischen Regierungen schauen tatenlos zu. Sie schaffen keine sicheren und legalen
Migrationsmöglichkeiten. Vielmehr werden fragwürdige Warlords in Libyen und diktatorische
Machthaber in afrikanischen Staaten finanziell unterstützt, um die Fluchtwege abzuriegeln.
Europa schottet sich ab. Die Menschen werden gar in die Folterlager nach Libyen
zurückgebracht.

Europäische Regierungen blockieren gleichzeitig die zivile Seenotrettung. Rettungsschiffen
wird der Zugang zu Häfen verweigert, die Schiffe werden beschlagnahmt und festgesetzt. Die
ehrenamtlichen Seenotretter*innen werden als Kriminelle denunziert und mit immer höheren
Geldstrafen und Gefängnis bedroht.

Wir wollen dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen. Seit Jahren engagieren wir uns
ehrenamtlich in der Verbandsgemeinde und begleiten geflüchtete Menschen auf dem Weg der
Integration. Unsere Nachbar*innen bangen um ihre Angehörigen unterwegs auf den tödlichen
Fluchtrouten. Wir teilen mit ihnen ihre Sorgen, ihren Schmerz und ihre Trauer.

Dem treten wir entgegen mit dem Aufruf, die Verbandsgemeinde zu einem ‚Sicheren Hafen‘ für
Bootsflüchtlinge zu machen.

Wir fordern den Verbandsgemeinderat auf, in der nächsten Ratssitzung am 19.09.2019 die VG
Bodenheim zu einem ‚Sicheren Hafen‘ zu erklären. Dieser Beschluss soll ein Zeichen setzen
für eine humane Flüchtlingspolitik in Europa und für eine weltoffene Verbandsgemeinde.

Wir suchen dazu umgehend das Gespräch mit allen Fraktionen des Verbandsgemeinderates.
Dabei legen wir einen konkreten Beschlussvorschlag vor.

Für unsere Initiativen

Elisabeth Henn und Charles Franck


Machen wir die Verbandsgemeinde Bodenheim zu einem ‚Sicheren Hafen‘

Vorschlag für einen gemeinsamen Antrag der Parteien

Antrag zur Sitzung des Verbandsgemeinderates am 19.09.2019

Der Verbandsgemeinderat möge beschließen:

Die Verbandsgemeinde Bodenheim erklärt sich mit Menschen auf der Flucht solidarisch und ist
bereit, aus Seenot gerettete Geflüchtete aufzunehmen.

Sie erklärt sich zu einem ‚Sicheren Hafen‘.

Als ‚Sicherer Hafen‘ verpflichtet sie sich:

  1. zur Aufnahme aus Seenot geretteter Menschen zusätzlich zur vorgegebenen Quote,
  2. für die Ausweitung bestehender humanitärer Landes- und Bundesprogramme zur
    legalen Aufnahme von Flüchtenden einzutreten und diese gegenüber der
    Kreisverwaltung Mainz-Bingen, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DstGB),
    der Landesregierung Rheinland-Pfalz und der Bundesregierung einzufordern,
  3. jeder Form der Kriminalisierung der humanitären Seenotrettung und deren
    engagierter Helfer*Innen entschlossen entgegenzutreten. Seenotrettung ist kein
    Verbrechen!,
  4. zur Seenotrettung beizutragen und ein ziviles Seenotrettungsschiff finanziell zu
    unterstützen.

Der Verbandsbürgermeister wird aufgefordert, die notwendigen Schritte einzuleiten.

Begründung:

In diesen Minuten, Stunden und Tagen laufen weiterhin Boote von Libyen, Tunesien und anderen afrikanischen Staaten aus und Menschen fliehen vor Verfolgung, Folter und Versklavung. Viele dieser Menschen erhalten keine Hilfe, weil Rettungsschiffe behindert und blockiert werden. Das Sterben von Menschen im Mittelmeer wird durch eine europäische Abschottungspolitik billigend in Kauf genommen. Die unfassbare humanitäre Katastrophe hat bereits Tausenden das Leben gekostet.

Dem sehen wir als Verbandsgemeinde nicht länger tatenlos zu. Unser Ratsbeschluss setzt ein Zeichen. Wir stehen ein für eine weltoffene und den Menschenrechten in unserem Grundgesetz verpflichtete Flüchtlingspolitik.

Der Beschluss soll gleichzeitig die deutsche Position bei den Verhandlungen auf europäischer Ebene zur Verteilung von Geretteten stärken und zum Ausdruck bringen, dass wir in der Bundesrepublik gewillt sind, bei der Verteilung der aus Seenot geretteten Menschen beispielhaft voranzugehen.


V.i.S.d.P.: Charles Franck

Return to Afghanistan: Filmabend mit Podiumsdiskussion

22.05.2019 „Return to Afghanistan“

Filmabend mit anschl. Podiumsdiskussion

Kulturkeller im Dolles – 18.30 Uhr

„Return to Afghanistan – Die vielen Gesichter von Flucht und Migration“. Dokumentarfilm des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul. Anschließend Publikumsdiskussion mit Vertretern der Friedrich-Ebert-Stiftung, ProAsyl u.a. Der Film begleitet sieben Geflüchtete, die in ihr von Konflikten und Gewalt geprägtes Heimatland zurückkehren. Mit welchen Realitäten sehen sie sich konfrontiert, zurück in dem Land, das sie für ein besseres Leben verließen? Was sind ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft?

Mainzer Allgemeine Zeitung: Bodenheimer Flüchtlingsinitiative begeistert mit Puppenspiel

„’Ihr habt gesehen und gehört, wie sich das Böse selbst zerstört’, fasste der Kasperl die Moral der Geschichte des Puppenspiels ‘Menuett für Muttchen’ am Ende zusammen. Im voll besetzten Kulturkeller im Bürgerhaus Dolles hatte die ‘Bunte Bühne Bodenheim’ das Stück zu Aufführung gebracht und erntete dafür riesigen Beifall” …

Mehr unter: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/vg-bodenheim/bodenheim/bodenheimer-fluchtlingsinitiative-begeistert-mit-puppenspiel_20088210#.

Menuett für Muttchen – ein großer Erfolg für das Kulturbunte Bodenheim und eine wunderbare Resonanz

Der Puppenspielabend “Menuett für Muttchen” füllte den Kulturkeller im Bürgerhaus Dolles mit sicher mehr als hundertfünfzig Besuchern – ein großartiger Erfolg und sicher auch eine Bestätigung für nunmehr vier Jahre engagierte und konstruktive Arbeit in der Gemeinde.

Hier einige fotografische Eindrücke:

Foto von Kerstin Thieme-Jäger (WiB-Quartiersbüro Wir-in-Bodenheim)

Foto von Kerstin Thieme-Jäger (WiB-Quartiersbüro Wir-in-Bodenheim)

Foto von Kerstin Thieme-Jäger (WiB-Quartiersbüro Wir-in-Bodenheim)

 

Kulturbunt durch das Jahr 2019

Öffentliche Veranstaltungen von Kulturbuntes Bodenheim 2019. Auch 2019 wird für uns ein ereignisreiches Jahr. Wir haben viel vor. Da wir nicht wissen, was wir unterdessen noch veröffentlichen, stehen unsere Termine auch rechts im Kalender. Alternativ schauen Sie bitte hier nach: https://kulturbuntes-bodenheim.de/2019/04/kulturbunt-durch-das-jahr/. Wir freuen uns, Sie und Euch dort begrüßen zu dürfen!

Kulturbunt durch das Jahr 2019

Öffentliche Veranstaltungen des Kulturbunten Bodenheim 2019

13.04.2019 „Menuett für Muttchen“

Ein Puppenspiel für Erwachsene

Kulturkeller im Dolles – 20:00 Uhr

Nach den Puppenspielen “Land in Sicht” (2016) und “Gespenster sind auch Menschen” (2018) bringt nun die “Bunte Bühne Bodenheim” von Kulturbunt ihre dritte Produktion “Menuett für Muttchen” – wieder ein Stück für Erwachsene – zur Aufführung. Unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger spielen zusammen mit den Kulturbunten eine Gaunerkomödie mit viel Spott und Ironie Die Geschichte kurz erzählt: Vier Ganoven kommen nach dem Ausbruch aus dem Knast und einem Banküberfall bei Frau Lohmann „Muttchen“ unter. Dann überschlagen sich die Ereignisse, denn Muttchen ist keineswegs so naiv, wie es den Banditen Dr. Demuth, Major Brückner, Louis und Pico lieb gewesen wäre. Mehr wird aber nicht verraten! In der Pause gibt es ein internationales Buffett, und dann spielt Eco Latino südamerikanische Folklore.

22.05.2019 „Return to Afghanistan“

Filmabend mit anschl. Podiumsdiskussion

Kulturkeller im Dolles – 18.30 Uhr

„Return to Afghanistan – Die vielen Gesichter von Flucht und Migration“. Dokumentarfilm des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul. Anschließend Publikumsdiskussion mit Vertretern der Friedrich-Ebert-Stiftung, ProAsyl u.a. Der Film begleitet sieben Geflüchtete, die in ihr von Konflikten und Gewalt geprägtes Heimatland zurückkehren. Mit welchen Realitäten sehen sie sich konfrontiert, zurück in dem Land, das sie für ein besseres Leben verließen? Was sind ihre Pläne und Wünsche für die Zukunft?

29.06.2019 „Sommerfest“

Schrebergarten Laubenheimer Str., ab 18 Uhr

Herzlich Willkommen in unserem Schrebergarten an der Laubenheimer Straße gegenüber Hausnummer 8! Im dritten Sommer wird diese Parzelle gemeinsam mit Geflüchteten bewirtschaftet und bietet regelmäßig ein gemütliches Ambiente für entspannte Abende zusammen. Am 29.06. erwarten Sie ein leckeres internationales Buffett, vielleicht erstes Gemüse aus eigenem Anbau, Musik, zwanglose Gespräche und ein paar neue Gesichter.

11.08.2019 „Open Air-Konzert“

Isabel Eichenlaub und Gemma

Im Innenhof im Dolles – 17.00 Uhr

Isabel Eichenlaub und ihre international besetzte Gruppe werden Sie für zwei Stunden mit ganz besonderer World Music begeistern und mental dem Rheinhessischen entrücken. Für den Körper gibt es internationales Fingerfood und Bratwürste.

15.09.2019 „Unser Verkaufsstand“

beim SPD-Flohmarkt – 13.00 Uhr

Ein Kulturbunter Stand verkauft selbstgebackene Muffins.

31.10.2019 „Gratwanderungen“

Musikalische Lesung und Bilder mit Prof. Dr. med. Dipl. Soz.päd. Gerhard Trabert, Anita Zimmermann (Gesang) und Matthias Reinig (Piano). Kulturkeller im Dolles – 19.00 Uhr

In Deutschland als „Arzt der Armen“ bekannt, engagiert sich Prof. Trabert seit mehr als 25 Jahren auch rund um den Globus bei Hilfseinsätzen in Krisenregionen. In Wort und Bild berichtet er von seinen Gratwanderungen in anderen Kulturen – und warum er es als Geschenk empfindet, dass er in der Beziehung zu Menschen in Notsituationen auch stets dem innersten Selbst begegnet.

30.11. und 01.12. „Verkaufsstand“

Unser Verkaufsstand, Zwerchgasse 14

beim Bodenheimer Nikolausmarkt Samstag ab 15 Uhr, Sonntag ab 14 Uhr

Wie in jedem Jahr verkaufen wir am Kulturbunten Stand selbstgebackene Weihnachtsplätzchen und Handgefertigtes der Geflüchteten, Kunsthandwerk und Vintage-Krempel. Kommen, schauen und kaufen Sie! Tipp: Im selben Hof gleich hinter unserem Stand können Sie sich beim Stand der Seurre-Partnerschaft mit heißem Cidre und Galettes stärken.

4 Jahre Kulturbuntes Bodenheim – einige Worte zum “Geburtstag”

An einem grauen Sonntagmorgen Anfang 2019 hielt Pfarrer Thomas Schwöbel in Nackenheim eine Predigt zur Bootsfahrt von Jesus und seinen Jüngern auf dem See Genezareth. Ein Aspekt aus dieser Predigt zielt auf die Situation der Geflüchteten in Europa ab und berührt uns als Ehrenamtliche in der Integrationsarbeit. Er knüpft auch an unser Bedürfnis an, sprachfähig gegenüber rechten und rassistischen Angriffen zu sein.

Zur Erinnerung: Das Boot mit Jesus und den Jüngern gerät unerwartet in einen Sturm. Jesus, der erst schläft und geweckt werden muss, gebietet dem Sturm Einhalt, so dass das Boot mit allen Insassen gerettet wird (Matthäus 8, 23-27; Markus 4,35-41; Lukas 8,22-25). Im Folgenden Auszüge aus dem ersten Teil der Predigt:

Es handelt sich also um eine stürmische Geschichte, die hohe Wellen schlägt – bis zu uns heute ins Jahr 2019. Diese Bootsfahrt auf dem See Genezareth beschreibt auch unsere Fahrt durchs Leben, unseren Lebensweg, auf dem es neben der ruhigen See stürmische Zeiten und hohen Seegang gibt. Beschreibt die Angst, die wir haben, beschreibt aber auch das Glück der Rettung.
Dass die Fahrt mit dem Schiff ein gutes Vergleichsbild für unseren Lebensweg ist, zeigt sich in vielen Sprichworten, die aus der Seefahrt kommen und sich auf unser Leben beziehen: Da schlagen die Wellen über uns zusammen, wir sprechen von stürmischen Zeiten und davon, dass wir alle in einem Boot sitzen. Einer wird ausgebootet oder kommt vom Kurs ab. Klippen müssen umschifft werden. Jemand kann mit einer Sache stranden oder umgekehrt fährt in den sicheren Hafen ein. Wir kennen menschliche Wracks, und manche erleiden auf ihrem Lebensweg Schiffbruch. Und einige finden: Das Boot ist voll.

Wenn diese biblische Geschichte hohe Wellen bis zu uns schlägt, was können wir aus ihr herauslesen für uns 2019?

Etwa das: Das Boot gerät nicht in Seenot, weil es zu voll ist. Davon steht nichts im Text, und das sagen wir all denen, die meinen, dass Hilfesuchende aus anderen Ländern und Kontinenten keinen Platz mehr auf unserer MS Deutschland oder MS Europa haben dürften. Unsere Boote geraten dadurch nicht in Seenot, auch nicht das Lebensboot einzelner. Ganz im Unterschied zu den Schlauchbooten im Mittelmeer, die wirklich deshalb in Not geraten, weil sie hoffnungslos überfüllt sind mit Menschen, deren Angst und Not so groß ist, dass sie sich auf diese halsbrecherische Fahrt einlassen. Unsere Boote geraten dagegen in schweren Seegang, wenn ihre Besatzungen den weiten Blick zum Horizont der Nöte und Sorgen der Menschen anderer Länder und Regionen unserer Welt verlieren. Der weite Blick voraus ist in der Seefahrt unerlässlich. Deshalb gab es ja immer Fernrohre an Bord oder heute Radar und GPS. Und wo der weite Blick fehlt und wo die Kurzsichtigkeit von Nationalismus und Abgrenzung den gesellschaftlichen und politischen Kurs angeben, da gerät auch unser Schiff in gefährliche Gewässer. Aber dadurch, dass es zu voll sein soll mit Menschen, die Hilfe suchen, bestimmt nicht. Dadurch geriet weder das Boot damals auf dem See Genezareth noch gerät unser Lebensschiff heute in schwere See.